elke_cyanblau

Wie sind Sie denn zum Grafik-Design gekommen?
Eher unbewusst. Ich habe immer gerne gestaltet, Räume umgestellt, eigene Bücher geklebt, Schriften gezeichnet, allerdings erkenne ich das heute erst im Rückblick. Die Entscheidung für ein Grafik-Design Studium kam, ohne dass ich viel darüber nachgedacht habe. Ich habe mich an mehreren Hochschulen beworben und mich für Trier entschieden.

Und danach?
Dann war ich Kommunikationsdesignerin mit Diplom. Zuerst habe ich in einer klassischen Werbeagentur gearbeitet. Ich wollte sehen, wie man Werbung macht. Nach drei Jahren habe ich einiges in Frage gestellt, z.B. ob ich für die chemische Industrie arbeiten will. In Heidelberg hatte Martina Merz gerade ihre umweltorientierte Designagentur gegründet. Das war genau das, was ich gesucht hatte. Es war eine wunderbare Zeit mit interessanten Projekten und klasse Kolleginnen. Und das Beste war: die Gestaltung hatte oberste Priorität.

Wann war der Schritt in die Selbständigkeit?
1997 gab es Veränderungen, die mich veranlasst haben, nach Schwäbisch Hall zurückzugehen. Das war eine gute Entscheidung, denn ich habe seither so viele schöne Projekte umsetzen können. Es hört sich kitschig an, aber über jede neue Drucksache freue ich mich wie über die allererste Broschüre, die ich gestaltet habe. Mir macht mein Beruf sehr viel Spaß, was für ein Glück!

Was muss man tun, um an diesem Glück teilhaben zu dürfen?
Einfach anrufen. Jedem Auftrag geht ein erstes Gespräch voraus. Dieses Briefing bildet für mich die Grundlage für die Gestaltung. Erst danach werden Entwürfe gefertigt. Dieses Gespräch ist kostenfrei, anschließend stelle ich ein schriftliches Angebot zusammen, das auch die Herstellung, z.B. den Druck beinhaltet.

Ist das nicht teuer?
Das denken manche, dabei sind die Angebote differenziert und daher bezahlbar. Für den Entwurf berechne ich eine Pauschale, die Erstellung der Druckvorlagen werden nach Stunden abgerechnet, wie bei jedem anderen Dienstleister. Die Abrechnung orientiert sich am AGD Vergütungstarif (www.agd.de), bei diesem Berufsverband bin ich Mitglied. Wenn ich so darüber nachdenke, ist bisher noch kein Projekt am Geld gescheitert.